WORLDWIDE JELLYWEEK IN UTOPIASTADT

WORLDWIDE JELLYWEEK IN UTOPIASTADT

In der Jellyweek mit unserem Programm zu Bürgerbeteiligung, Essbare Stadt und nachhaltigem Konsum konnten wir viel neue Gesichter in Utopiastadt verzeichnen. Die einen organisieren sich in zivilgesellschaftlichen Projekten, andere machen sich gerade selbstständig und wieder andere suchen hier einen kreativen Ausgleich zur Uni.

Hier ein kleiner Rückblick in eine Woche Utopiastadt.


auch eine lebensverlängernde Maßnahme für den mitgebrachten Laptop ist schon mal mit drin




Workshops und Vorträge zu Themen wie Urban Gardening und Essbare Stadt brachten Besucher aus Köln und Düsseldorf nach Utopiastadt – großartiger Tag!

Kompetenznetz Bürgerhaushalt

16. Januar 2012

Kompetenznetz Bürgerhaushalt informiert in Utopiastadt

Der erste Abend der Jelly Week stand im Zeichen von »Stärkungspakt und Kommunalfinanzen – Was interessiert die Bürger?«, zu dem Dieter Hofmann und »sein« Kompetenznetz Bürgerhaushalt eingeladen hatten. Zahlreiche Interessierte fanden sich ein – just an dem Tag, als die Wählergemeinschaft für Wuppertal Ihren Antrag für eine Sondersitzung des Stadtrats zum Thema »Stärkungspakt Kommunalfinanzen« zurückzog.

Das Thema betrifft uns alle: Das Eigenkapital der Stadt Wuppertal war im November 2011 komplett aufgebraucht. Durch die erste Rate aus dem »Stärkungspakt Kommunalfinanzen« wird dieser Wert vorübergehend wieder ins Positive gedreht, bis auch diese Sonderzahlung des Landes spätestens im Mai 2012 aufgebraucht ist. Dieter Hofmann machte deutlich, dass der »Stärkungspakt« de facto eine Art Zwangsverwaltung der insolventen Kommune darstellt. Da das Verfahren für die nächsten zehn Jahre keinen Schuldenabbau vorsieht, wird dadurch die kommunale Selbstverwaltung für eine unabsehbar lange Zeit ein weiteres Stück außer Kraft gesetzt. Eine vertiefende Veranstaltung zu diesem Thema ist vorgesehen, da einige BürgerInnen gerne mehr über diese Zusammenhänge und das »Stärkungspakt«-Verfahren wissen möchten.

Das Konzept des weiterentwickelten Bürgerhaushalts oder »Bürgerhaushalt in Bürgerhand« sei kein Versuch, Kommunalpolitik und Verwaltung etwas streitig zu machen, so Dieter Hofmann. Vielmehr sei es eine Initiative, die durch mehr Transparenz, Partizipation und Koproduktion dem Bestehenden etwas hinzufügen und gesellschaftliche Problemlösungskompetenz stärken will. Beispiele für praktische Anwendungen dieser Strategie der Dezentralisierung, Enthierarchisierung und Demokratisierung sind die Open Data Initiative (Transparenz), die Organisation von Veranstaltungen wie die »Open Government«-Tagung (Partizipation) und die Entwicklung bzw. Förderung von Koproduktions-Modellen á la Paideia. Durch die Kooperation mit Wissenschaftlern im In- und Ausland können auch anspruchsvolle Herausforderungen in Angriff genommen werden. Aktuell steht die Entwicklung eines Nachhaltigkeitschecks für Kommunalfinanzen auf der Agenda.

Das Konzept des Bürgerhaushalts in Bürgerhand mit zahlreichen Referenzlinks zum Nachlesen: http://zumlink.de/BHHkompakt


Ralf Gloerfeld und Olaf Nagel sind von den ersten Ergebissen begeistert

Jour Fixe der Coworking Initiative

17. Januar 2012

Jour fixe der Coworking Initiative mit Gästen

Jeden zweiten Dienstagabend tagt die Coworking Initiative Wuppertal in Utopiastadt um Organisatorisches zu besprechen, Veranstaltungen zu planen und Weiteres rund um das  Coworking zu thematisieren. Während der Jelly Week waren zu diesem regelmäßigen Termin alle Interessierten eingeladen und so nutzten weitere Initiativen die Gelegenheit zur Vernetzung.

Die Jelly Week lief und so gab es wenig Aktuelles zu organisieren – umso mehr Zeit hatten an diesem Abend die Gäste um ihre Gedanken zu teilen und ihre Ideen vorzustellen. Unter anderem hatte Olaf Nagel den Weg in den Mirker Bahnhof gefunden. Als Aktiver in der Wuppertalbewegung stellte er den Verein, der mittlerweile rund 12.000 Mitglieder zählt, sowie dessen Projekt Nordbahntrasse vor. Und da diese bekanntlich direkt vor der Tür des ehemaligen Bahnhofsgebäudes entlang läuft, möchten die Wuppertalbewegung und clownfisch den Kontakt vertiefen – denn in der Zusammenarbeit zwischen clownfisch, dem Kompetenznetz Bürgerhaushalt und ähnlichen Initiativen unter dem Dach von Utopiastadt sieht Olaf Nagel viel Potential für Wuppertal und die Region.

Dieter Hofmann nutzte ebenfalls die Gelegenheit und warf seine Ideen, die ihn abseits des Bürgerhaushalt-Gedankens beschäftigen, in die Runde. Im Verein Neue Arbeit – Neue Kultur bestehe der Wunsch das Thema 3D-Drucken voranzutreiben, wofür man noch Kooperationspartner suche – die sofort gefunden waren. Der in Utopiastadt ansässige Verein dev/tal hat sich dieses Themas bereits angenommen und Hinweise gab es auch auf Ansprechpartner an der Bergischen Universität. In Ergänzung zum in der Stadt etablierten Business Breakfast schlug Dieter Hofmann zudem eine Bürgerfrühstück vor, das es in anderen Städten bereits gibt. Für diesen Ansatz werden noch Mitstreiter gesucht.

Schließlich wurde noch das Samstagsprogramm der Jelly Week »Essbare Stadt« durch Harald Scharwächter angesprochen. Hier gab es noch ein bisschen zu organisieren und zu kommunizieren. Fazit: Mit Utopiastadt ist nun in Wuppertal eine Anlaufstelle für all diese Initiativen gefunden, die die Stadt und die Region ein bisschen lebenswerter gestalten möchten.

Privatsphäre in öffentlichen HotSpots – gibt es das?

19. Januar 2012

In Zeiten von Smartphones, Tablets und Notebooks ist es zur Normalität geworden überall und jederzeit ins Internet zu können. So wählt man sich im Coworkingspace, im Café oder in der Bahn einfach in WLAN-Netze ein, die meist kostenlos oder auch gegen Gebühr zur Verfügung stehen. Die Risiken dieser HotSpots sind wohl den wenigsten bewusst. Durch einige Vorkehrungen kann man aber auch hier seine Privatsphäre schützen. Darüber gab Ralf Gloerfeld am Donnerstag einen Überblick.

Die schlechte Nachricht zuerst: Grundsätzlich ist jeder, der sich in ein öffentliches WLAN eingewählt hat, für jeden anderen im Netzwerk sichtbar. Über Laufwerkfreigaben kann z. B. gesehen werden, was welcher Rechner zur Verfügung stellt; alles in Klarschrift gesendete kann durch überall erhältliche Programme mitgelesen und sogar gespeichert werden. Also Vorsicht mit vertraulichen Inhalten! Wirklich sicher bekommt man ein solches Netz nämlich nicht. Aber niemand muss nun Angst haben oder auf öffentliche Netze verzichten. Es genüge, ein paar Dinge zu beachten, so Ralf Gloerfeld.

Bewegt man sich beispielsweise bei Google, kann im Prinzip jeder mitlesen, auch eingehende oder ausgehende Nachrichten. Allerdings hat Google eine automatische Sicherheitsstufe eingebaut: Bereits beim Anmelden wird das http in der Adresszeile zu https, wobei das s für secure steht. Dadurch wird die Verbindung sicherer; bei E-Mails geschieht dies über eine SSL-Verschlüsselung. Das sichere s kann man übrigens auch händisch dem http hinzufügen, sollte man allerdings nur bei Seiten machen, die man kennt.

Bei Smartphones sieht die Sache etwas anders aus. Die Apps kann man meist nicht konfigurieren. Sucht man aber im Internet danach, findet man in der Regel schnell einen Hinweis auf die Verschlüsselung. Generell gilt: Je länger und kryptischer das Passwort ist, desto schwieriger ist es zu knacken. Ein Life-Test machte schließlich die Unterschiede in der Smartphone-Sicherheit zweier Anwesender deutlich. Nach dieser Informationsveranstaltung sollte es für jeden kein Problem mehr sein, sich sicherer in öffentlichen Netzen zu bewegen.

Netcycler

19. Januar 2012

Netcycler – ein spannender Ansatz für nachhaltigen Konsum

Wir haben so viele Dinge, die wir vielleicht irgendwann gebraucht haben, vielleicht aber auch nur haben wollten, und die seit langem von einer Ecke in die nächste geräumt werden. Wenn man diese dann doch mal loswerden möchte, gibt es neben Wegwerfen und Verkaufen noch eine weitere Möglichkeit: Tauschen. Am Donnerstagabend stellte Cécile Marsille in Utopiastadt das Konzept »Netcycler« vor, eine Art Tauschring in Zeiten des Web 2.0.

Nachhaltiger Konsum – ein Thema, das uns alle angeht, das immer mehr an Aktualität gewinnt und mit dem sich auch bereits Institutionen und Projekte befassen. Hier ist z. B. das CSCP zu nennen, eine Tochtergesellschaft des Wuppertal Instituts, das Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion zu seinen Themen gemacht hat. Auch »Spread« springt auf diesen Zug auf und möchte die Welt verbessern. Die Plattform sucht Ideen, Projekte und Partner, die auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil Impulse geben. Netcycler ist ein solches Projekt.

Begonnen hat Netcycler im Internet, erklärte Cécile Marsille. Auf der Website kann man sich anmelden und Dinge einstellen, die man abgeben möchte. Im Gegenzug können Wünsche geäußert werden. Eine Software gleicht alles mit allem ab und sucht passende Tauschpartner. In Kontakt treten kann man dann per E-Mail oder telefonisch um sich zu verabreden oder Details für den Postversand mitzuteilen. Wer nur etwas geben möchte, kann dafür eine Spende an den »NABU«, »Robin Wood« oder »Rettet den Regenwald« veranlassen.

Harald Scharwächter fühlte sich an die klassischen Tauschringe erinnert, bei denen Dienstleistungen getauscht werden. Auch in Wuppertal gebe es einen solchen seit 15 Jahren, man bräuchte allerdings mehr Werbung – was wiederum über Netcycler möglich ist. Am 11. Februar schließlich findet in Wuppertal (auf dem Kirchplatz) der erste Tauschmob statt. Hier wird der Handel, der sich online angebahnt hat, ins wirkliche Leben transportiert. Und wenn es gut läuft, soll es solche Veranstaltungen bald auch in anderen Städten geben. Denn: »Das ist EIN Beispiel wie man ressourcenschonend die Welt ein bisschen besser machen kann.«

Weitere Infos unter www.netcycler.de




und es ging zur Beurteilung unter Permakultur-Gesichtspunkten des Geländes um den ehm. Bahnhof Mirke raus in den Regen

Essbare Stadt

21. Januar 2012

Essbare Stadt – urbanes Gärtnern bietet zahlreiche Chancen

Am Samstag der Jelly Week schließlich trafen sich ca. 35 Begeisterte von Wupper, Rhein und Ruhr in Utopiastadt, um den Samen für eine Essbaren Stadt am ehemaligen Bahnhof Mirke zu säen. Wandelgärtner aus Wuppertal, zahlreiche Transition Town-Bewegte und Menschen, die sich einfach nur für gute Nahrung, Teilselbstversorgung, Artenschutz und Permakultur interessieren, kamen zusammen. Die Veranstaltung war dezentral organisiert; begeisterte Mitmacher hatten teils unabhängig voneinander eingeladen, wen sie nur einladen konnten.

Nachdem man sich über die vergleichbaren jedoch bereits weiter fortgeschrittenen Initiativen Incredible Edible Todmorden in UK und Unvergessbar Essbar Witzenhausen informiert hatte, ging die Gruppe eifrig und diskutierfreudig daran, das Außengelände des Mirker Bahnhofs aus dem Blickwinkel der Permakulturprinzipien David Holmgrens unter die Lupe zu nehmen. Aufmerksame Zuhörer hatte anschließend Nadja Hildebrand von der Bergischen Gartenarche die vom Nutzen alter regionaler Arten, deren Bedrohung und der Möglichkeit sprach, über Patenschaften solche Pflanzen zu erhalten und zu vermehren.

So reichlich mit Informationen versorgt, standen am Nachmittag Workshops zur Vertiefung einzelner Themen an. Es bildeten sich drei Gruppen, die parallel verschiedene Themen ausarbeiteten: In einer Gruppe ging es um ein Stadtgärtnerprojekt für Utopiastadt, eine weitere Gruppe vertiefte das Thema «Essbare Stadt” überregional mit Teilnehmern aus Wuppertal, Düsseldorf, Köln, Essen und Oberhausen und die dritte Gruppe schließlich befasste sich allgemein mit urbanem Gärtnern in Wuppertal.

Nach drei Stunden intensiver Gruppenarbeit schließlich war der Essbare Stadt-Samen in der Erde. Erschöpft und sehr zufrieden zeigten sich die Teilnehmer des Aktionstages in entspannter Stimmung beim gemeinsamen Abendessen.



Hackingday(s)

20. Januar 2012 bis …

… dauert an. Ein Bericht folgt in kürze.

Fotos: Christian Hampe

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