Wohlstands-Transformation Wuppertal Abschluss | ein Abend zwischen Wissenschaft und Realisierung

Wohlstands-Transformation Wuppertal Abschluss | ein Abend zwischen Wissenschaft und Realisierung

»Wohlstands-Transformation Wuppertal«

Am Dienstagabend, dem 06. März 2018, fand in der CityKirche Elberfeld, die Abschlussfeier des Forschungsprojekts »Wohlstands-Transformation Wuppertal« des TranZent (Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit) statt. Rund 60 interessierte BürgerInnen, ForscherInnen und PolitikerInnen besuchten die Veranstaltung im Kirchenschiff.

shot by Wolf Sondermann

»Wissen schafft Möglichkeiten«

In den vergangenen drei Jahren hat sich eine Gruppe junger Wuppertaler ForscherInnen auf den Weg in die Quartiere der Stadt gemacht. Ihr Ziel: Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbinden um den allgemeinen Wohlstand der Wuppertaler BürgerInnen zu vergrößern. Doch vorerst stand die Frage im Raum, was Wohlstand überhaupt ausmacht. In Workshops mit BürgerInnen wurde festgestellt, dass es weit mehr bedeutet als finanziell abgesichert zu sein. So stehen auch Punkte wie das Freizeit-/ und Kulturangebot, die Gesundheit, die Mobilität in der Stadt und auch Ernährung weit oben auf der Liste der Glücklichmacher. Mit dieser Erkenntnis konnte nun explizit in den Quartieren Mirke, Arrenberg und auch in Oberbarmen/Wichlinghausen, mit Hilfe des Modells des Reallabors, gearbeitet  werden.

Was ist ein Reallabor?

Das Reallabor ist eine Zusammenarbeit zwischen QuartiersbewohnerInnen und WissenschaftlerInnen. Gemeinsam werden Phänomene erforscht und Projekte entwickelt, die die nachhaltige und soziale Entwicklung eines Quartiers vorantreiben.

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»Wissenschaft und Praxis befruchten sich gegenseitig!« So Andreas Mucke, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal.

»Mach'(en) mal Anders!«

Im Quartier Mirke wurde in den vergangenen drei Jahren ein Schwerpunkt auf die mögliche Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement gelegt. Dipl.-Psych. Matthias Wanner, Mitarbeiter des TransZent, arbeitet im Quartier Mirke eng mit dem bereits bestehenden Forum:Mirke zusammen. Er half den Engagierten ihr Selbstverständnis als Akteur zu verfassen und wurde ein Teil ihrer Arbeit. Im Zeitraum des Forschungsprojekts entstand außerdem die Veranstaltungsreihe »Stadtentwicklungssalon«, die es sich zum Ziel setzte Stadtentwicklungsthemen, und insbesondere Quartiersentwicklungsthemen, in die Mitte der Zivilbevölkerung zu bringen. Eine Zusammenarbeit aus Wissenschaft und Umsetzung schaffend, sollen auch im Laufe des Jahres 2018 weitere Veranstaltungen dieser Reihe stattfinden. Außerdem wurde die CoForschungsGruppe etabliert. Ein Zusammenschluss von jungen Studierenden und engagierten Stadtentwicklern aus dem Quartier, die gemeinsam Forschungsfragen im Umfeld erarbeiten und dessen Ergebnisse für die Allgemeinheit bereitstellen.

»Matthias Wanner – ein Kometenschlag für die Arbeit des Forum:Mirke« so Christian Hampe, Geschäftsführer der Utopiastadt gGmbH.

 

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Im (Klima)Quartier Arrenberg hingegen wurde der Fokus der Zusammenarbeit zwischen TransZent und Akteuren auf Ernährung gelegt. Gemeinsam mit den Akteuren wurden Konzepte entwickelt, die nachhaltige Ernährung fördern und in den allgemeinen Konsens hineinbringen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand der »Ernährungsrat«, der gerade in diesem Moment mit aktiver Außenwirkung beginnt zu arbeiten. Ziel? Eine essbares, nachhaltiges und verträgliches Wuppertal. Iris Panknin betonte an diesem Abend noch einmal insbesondere die wunderbare Zusammenarbeit zwischen den Quartieren.

Das Quartier Oberbarmen/Wichlinghausen hat mir einem enormen Wohnungsleerstand von knapp 10% zu kämpfen. Von daher legten die AnwohnerInnen und WissenschaftlerInnen großen Wert auf die Zurückgewinnung von wertvollem Raum für das Quartier. Dadurch entstand die Initiative »Haushüten«. Eine Stelle der Vernetzung zwischen EigentümerInnen leerstehender Wohnungen und aktiven, kreativen und engagierten BürgerInnen. Die EigentümerInnen haben somit die Möglichkeit ihren Wohnraum für eine reduzierte Kaltmiete in die Hände von BürgerInnen zu legen, die darauf hin in Absprache mit den EigentümerInnen die Immobilie renovieren und beleben dürfen. Das Projekt könnte in der kommenden Zeit, mit Hilfe finanzieller Mittel, verstetigt werden. Engagement schafft Raum und bereichert das Quartier!

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Des weiteren wurde rund um die Sperrung der B7 und die Wilkommenskultur Wuppertals erforscht. Durch das bereitstellen von kostenlosen ÖPNV Tickets für Autofahrer, konnte erforscht werden, dass der kostenfreie ÖPNV nachhaltig die Nutzung von motorisiertem Individualverkehr verringert. Eine wichtige Erkenntnis in der Zeit der möglichen Fahrverbote von Dieselfahrzeugen und den immer mehr werdenden Zweiradfahrern im Tal.

Wie funktioniert die Wilkommenskultur für Geflüchtete in Wuppertal überhaupt? Wo liegen die Möglichkeiten für Betroffene und Helfende sich untereinander zu vernetzen und Hilfsangebote auszutauschen? Mit dieser Thematik beschäftigt sich das Projekt »Wup-Portal«. Ein Onlineportal in dem sich Initiativen und Organisationen, die Hilfsangebote bereitstellen, eintragen können und sich somit auf einer multilingualen Plattform präsentieren. Bisher haben sich bereits 100 Organisationen angemeldet und die App wird vorläufig im Mai 2018, für BenutzerInnen online geschaltet.

»Das GeoPortal – des Guten Lebens«

Was passiert nun mit all diesen Ergebnissen der vergangenen drei Jahre?
Alle Informationen über das Gute Leben der BürgerInnen des bergischen Städtedreiecks sollen in Zukunft kostenfrei online einsehbar sein. Mit Hilfe einer Karte bekommt jedEr Einzelne von uns die Möglichkeit sich online durch die Region zu klicken und Informationen über seine Nachbarschaft zu gewinnen – »Das GeoPortal – des Guten Lebens«. Dieses wird in den nächsten Jahren im Zusammenschluss aus Wissenschaft und BürgerInnen des bergischen Städtedreiecks entwickelt.

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Nachdem die Präsentation der Forschungsergebnisse abgeschlossen war, blieb Zeit für ein nostalgisches Revue passieren lassen der vergangenen 3 Jahre. Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident und leitender Geschäftsführer des Wuppertal Instituts, und Prof. Dr. Maria Behrens, Vorstandsvorsitzende des TransZent, bedankten sich für die hervorragende Arbeit des Forschungsteams wie auch bei der Stadt Wuppertal und dessen BürgerInnen.

»Eifrige Gespräche und ein Markt voller Möglichkeiten«

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Im Anschluss blieb zwischen Büfett und einem Getränk der Wahl, Platz für Gespräche und Austausch. Es gab die Möglichkeit, gemeinsam mit PerformancekünstlerInnen, über den Markt der Möglichkeiten zu schlendern und sich allerlei Informationen über Wuppertals Initiativen und Organisation einzuholen – persönlicher Austausch voller Diskussions und Gesprächsbedarf. Mit von der Partie waren unter anderem, das Geoportal, Utopiastadt, die Initiative Haushüten, die Börse, das Klima Quartier Arrenberg, Wupperglücklich, Lebe, Liebe deine Stadt, Urban Up und das Wuppertal Institut.

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Fotos von Wolf Sondermann, Text von Max-Mosche Kohlstadt

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