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ERKLÄRUNG DER VIELEN

Utopiastadt unterzeichnet die »Erklärung der Vielen« und verpflichtet sich zur klaren Haltung gegen Diskriminierung und dem proaktiven Engagement für eine offene, tolerante Gesellschaft.  

Die Erklärung der Vielen ist eine bundesweite Kampagne, die am 9. November 2018 [1] startet und sich bundesweit in Aktionen, Veranstaltungen und Diskussionen artikulieren wird. Ziel ist es, den Austausch der Kulturinstitutionen und Aktiven in der Kulturlandschaft zu intensivieren und damit lokale und überregionale Netzwerke anzuregen. Gemeinsam werden sich die Unterzeichnenden mit zahlreichen weiteren Initiativen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung und für eine gerechte, offene und solidarische Gesellschaft einsetzen.

Seit Jahren schaffen wir in und um Utopiastadt Räume der Begegnung, für das Erdenken, Erproben und Erforschen von Utopien und sind zu einem Ort für Alle geworden. Gemeinsam mit rund 140 Kulturinstitutionen in der ganzen Bundesrepublik verpflichten wir uns nun dazu, offensiv Utopiastadt als Ort des Diskurses und der Gesellschaft anzubieten. In Zeiten, in denen es der freien Szene, Kulturinstitutionen, KünstlerInnen und Kompanien immer schwieriger fällt Multinationalität zu leben und KünstlerInnen auf deutsche Bühnen einzuladen, wollen und müssen wir genau dies tun! 

Kunst und Kultur haben die Fähigkeit und Aufgabe Empathie zu provozieren. Ein Publikum muss sich zu der Kunst und Kultur auf und neben Bühnen verhalten. Das passiert, ob es das Publikum will oder nicht. Kunst und Kultur muss nicht Recht haben, doch hat die Möglichkeit unser Leben so abzubilden wie es ist, wie es war und wie es sein könnte. Wir können und wollen Offenheit und Toleranz durch Kunst und Kultur herausfordern. Wir müssen Räume und Situationen schaffen in denen Ambivalenz ausgehalten wird – wir müssen diese Situationen in unsere Gesellschaft übertragen, denn Offenheit ist an manchen Stellen der Überforderung gewichen. Das Anerkennen von anderen Meinungen und vor allem ein Rahmen, in dem sich jede/r einzelne traut, Meinungen zu vertreten, muss wieder möglich gemacht werden. Was im öffentlichen Raum kaum mehr denkbar scheint, nämlich unvoreingenommene Toleranz unseren Mitmenschen gegenüber zu Zeigen, kann Kunst, kann Kultur an Orten wie Utopiastadt eben doch.  

Kunst gibt die Freiheit alles zu tun. Es ist an der Zeit dies nicht nur in den eigenen vier Wänden zu tun, sondern im politischen, öffentlichen Raum. Wir wollen nicht mehr reagieren, nicht mehr nur noch sagen »wir sind offen«, sondern gemeinsam mit den VIELEN proaktiv und innovativ neue Wege beschreiten und uns selbst kritisch hinterfragen. Wir wollen uns selbst kritisch Hinterfragen, in Bezug auf Publikum, Programm und Personal.

DIE VIELEN ist eine Setzung – eine Behauptung – und das zählt. Denn das Bewusstsein dominiert das Sein – wir schaffen so Realität. Behauptung ist eine gesellschaftliche Kraft. Wir verpflichten uns der Erklärung der Vielen und ermutigen alle Kulturinstitutionen, KünstlerInnen und Akteure der freien Szene dies auch zu tun. Beschreitet mit uns neue Wege, hin zu einer toleranten, akzeptierenden Gesellschaft. 

»The next revolution will be soft and full of humor, because Nazis don’t understand humor.« – Dino Pesut, Träger des deutschen Jugendtheaterpreis 2018

INFO

Die Vielen: https://dievielen.de

Die Erklärung der Vielen: https://dievielen.de/erklaerung-der-vielen [2]